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rettungskarteDie Hersteller von Personen- und Lastkraftwagen setzen in ihrer Forschung auf modernste Technik, welche die Sicherheit der Insassen erhöht, z.B. neueste Airbag- und Gurt-Straffungssysteme. Ebenso setzt man auf Umweltschutz mit Hilfe von Hybrid- oder Elektro-Antrieben.
Das setzt uns Rettungskräfte bei verunfallten Kraftfahrzeugen vor neuen Problemen.

Von Außen ist meist nicht erkenntlich, wo sich Gasgeneratoren für Airbags, Fahrzeugbatterien befinden oder 650V-Spannungsleitungen von Elektroautos verlaufen.

 

Das sorgt bei einer Crash- aber auch bei der „patientenorientierten“ Rettung für Zeitverlust und zusätzliche Gefahren für Insassen und Rettungskräfte. Der ADAC fordert, dass Hersteller ihre Fahrzeuge mit passenden Rettungskarten ausliefern.

Was ist eine Rettungskarte?toyota_hybrid
Eine Rettungskarte sollte die Rettungskräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst mit den wichtigsten Details zum Fahrzeug informieren. Dazu zählt, wo im Fahrzeug sich überall Airbags, Gurtstraffungssysteme, Batterien oder ähnliches befinden. Zudem sollen Ansatzpunkte für die Arbeit mit hydraulischem Schneid- und Spreizgerät geliefert werden.
Das Bild rechts zeigt Ihnen einen Auszug aus der Rettungskarte eines Hybrid-Fahrzeug von Toyota (klicken zum Vergrößern). 

Mein Fahrzeug verfügt über keine Rettungskarte, was nun?
Unterstützen Sie die Rettungskräfte und schauen Sie auf www.rettungskarte.de nach, ob es für Ihr Fahrzeug bereits eine spezifische Rettungskarte gibt. Drucken Sie diese dann in DIN-A4 aus und verstauen Sie diese hinter der Sonnenschutzblende. Denken Sie dabei an sich und ihre Mitfahrenden: Eine Rettungskarte kann bei einem Unfall die Zeit ihrer Rettung aus dem Fahrzeug erheblich reduzieren.

Sind die Rettungskarten bereits bei der Feuerwehr Rheinberg bekannt?
Ja, durch regelmäßige Aus- und Fortbildungen innerhalb der Feuerwehr wird ebenso die patientenorientierte als auch die Crash-Rettung geübt, auch hierbei greifen wir auf die Rettungskarten zurück.

Führen die Rettungskräfte nicht Rettungskarten mit?
Rettungskarten sind bislang nicht gesetzlich vorgeschrieben, außerdem gehören Sie nicht zur DIN-Beladung. Innerhalb der Feuerwehr ist man jedoch daran interessiert, vor Ort die größtmöglichste Hilfe leisten zu können.
In der Löschgruppe Borth-Wallach wird auf dem Einsatzleitwagen ein Laptop mitgeführt, auf dem Rettungskarten von "gängigen" Fahrzeugen gespeichert sind.
Diese werden so gut es geht von den Kameraden aktuell gehalten.

vupolizeiDoch es gibt auch hier Nachteile: Eine genaue Identifizierung des Kraftfahrzeuges ist nach einem schweren Verkehrsunfall kaum noch möglich (siehe Bild rechts) und die Suche in den meist großen PDF-Files, die bislang vom Hersteller herausgegeben werden, gestaltet sich als schwierig, da diese nicht standardisiert sind.

Ein Griff unter die Sonnenblende liefert direkt die richtige Rettungskarte und spart nochmals wertvolle, lebensrettende Zeit!!

 Sind die Rettungskarten nur in Deutschland bekannt?
Nein, die Rettungskarten sind auch im Ausland bekannt, hier mit dem Hinweis "rescue sheets". Die optisch-aussagekäftige Rettungskarte aus Deutschland kann auch von ausländischen Rettungskräften für ihre Rettung genutzt werden. Mehr Infos hierzu erhalten Sie unter: www.rescuesheet.info

Unsere Empfehlung – die Empfehlung vom ADAC
Sollte Ihr Fahrzeug bislang vom Hersteller noch nicht mit einer Rettungskarte ausgerüstet worden sein, rüsten Sie diese selbst zur Ihrer Sicherheit nach. Auf www.rettungskarte.de finden sie die Links zu den Rettungskarten der Autohersteller, die diese bereits erstellt haben. Suchen Sie sich Ihr genaues Fahrzeugmodell raus und drucken Sie die Karte am besten in Farbe in DIN-A4 aus.

 

Ihre Freiwillige Feuerwehr der Stadt Rheinberg