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Bernd Hocks (c) by Armin Fischer

Rheinbergs Stadtbrandinspektor Bernd Hocks gibt die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr aus beruflichen Gründen ab. An der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr Rheinberg steht eine Veränderung bevor. Nach mehr als 13 Jahren zieht sich der Leiter der Feuerwehr, Stadtbrandinspektor Bernd Hocks, aus der ersten Reihe zurück. "Das hat ausschließlich berufliche Gründe", unterstreicht der 54-jährige Sparkassenbetriebswirt, der bei der Sparkasse Duisburg für Projektfinanzierungen zuständig und dort stark eingebunden ist.

"Mein Herz schlägt viel zu sehr für die Feuerwehr, als dass das anders sein könnte." Erst 2013 war Hocks für eine dritte, wiederum sechsjährige Amtszeit gewählt worden. Offiziell will sich der Feuerwehrchef bei der Jahreshauptversammlung am 24. April verabschieden. Ein möglicher Nachfolger sei ausgeguckt.

Hocks gehört der Feuerwehr schon seit 38 Jahren an. Er stammt aus Rheinhausen, lebte später in Baerl und zog 1984 nach Rheinberg, wo er mit Ehefrau und zwei Töchtern (von denen eine Mitglied der Feuerwehr ist) in Eversael lebt.

Bernd Hocks kann zufrieden auf seine Amtszeit zurückblicken. "Wir haben zusammen mit der Stadtverwaltung viel bewegt in diesen Jahren", sagt er. "Als ich anfing, gab es von den Feuerwehrgerätehäusern in der heutigen Form nur das am Melkweg." Das Haus zwischen Borth und Wallach und das in Pelden wurden ganz neu gebaut, in Millingen wurde ein Betriebsgebäude umgebaut und die Gerätehäuser in Orsoy und Ossenberg sind komplett saniert worden. Hocks: "Wir haben damals ganz neue Strukturen geschaffen. Und der Brandschutzbedarfsplan hat ganz klar gesagt, dass die heutige Struktur die richtige ist." Nicht nur die Gebäude, auch der Fuhrpark und die Bekleidung seien in einem Top-Zustand.

Rheinberg habe im Vergleich zu anderen Kommunen eine starke Wehr mit stabiler Personalstärke. Über die Jahre sind rund 240 Männer und zunehmend auch Frauen in der Truppe aktiv. "Allerdings", so Hocks, "ist die Tagespräsenz auch bei uns ein Problem." Immer mehr Rheinberger Feuerwehrleute arbeiten tagsüber in weiter entfernten Städten und stehen im Falle eines Falles nicht zur Verfügung. Bernd Hocks: "Wir haben 50 bis 130 Einsätze pro Jahr, das muss man erst mal stemmen. Denn das ist jedes Mal eine Belastung für den Feuerwehrmann oder die Feuerwehrfrau selbst, für die Familie und auch für den Arbeitgeber."

In die Ausbildung werde viel investiert, beschreibt der Stadtbrandinspektor, der selbst 15 bis 20 Stunden pro Woche ehrenamtlich für die Feuerwehr arbeitet - Einsatzzeiten noch nicht mitgerechnet. Die mittlerweile 15 Frauen seien gleichberechtigte Kollegen, und auch die Ehrenabteilung (ab 63 Jahre) sei eine Top-Truppe. Die körperliche Leistungsfähigkeit sei bei den Senioren heute besser als früher. Und der Nachwuchs? "Unsere Jugendfeuerwehr hat etwa 80 Mitglieder - ein konstanter Wert", so Hocks. Rund ein Drittel davon wechselt mit 18 Jahren in die aktive Truppe.

Ein Thema bereitet der Stadtverwaltung seit Jahren ein wenig Kopfzerbrechen: die Sorge vor einer Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften. "Rheinberg liegt in der Größenordnung für eine hauptamtliche Wache mit etwa 25 Berufsfeuerwehrleuten", sagt Bernd Hocks. "Allerdings hat der Bedarfsplan bisher immer gesagt: Die Freiwilligen Feuerwehr ist so stark, dass zunächst alles so bleiben kann wie bisher."

Seine persönliche Situation sieht der 54-Jährige entspannt. "Menschlich tut es mir sehr leid, dass ich aufhören muss", versichert er. "Aber die Feuerwehr fällt in kein Loch, es geht ja weiter. Wir haben ja Interessenten für meine Nachfolge. Das zeigt, dass wir gute Vorarbeit geleistet haben." Hocks sagt: "Ich bin ja nicht weg, ich trete nur aus der ersten Reihe zurück." Ein Leben ganz ohne Feuerwehr - für einen wie Bernd Hocks ist das undenkbar.

Quelle: RP